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Nachrichten in der Welt der ART

Reproduktologie, Embryologie, Genetik sind Wissenschaften, die nebeneinander schreiten. Die Entdeckungen einer von ihnen fördern parallel die Entdeckungen einer anderen Wissenschaft. Der wissenschaftliche Progress geht vorwärts mit solch einer Geschwindigkeit, dass es für einen einfachen Menschen manchmal schwer ist, vorzustellen, in welche Seite und wie weit der nächste Sprung erfolgen wird. Und wenn noch vor einigen 30-40 Jahren reproduktive Hilfstechnologien, „Kolbenbefruchtung“ insbesondere etwas Fantastisches schienen, so ist das heutzutage eine vollkommen greifbare Therapie bei der Sterilitätsbehandlung. Und was sollen wir von neuen Entdeckungen sprechen, die die Nerven sogar bei den standhaftesten und erfahrensten Bürgern erhitzen.

Ukrainische Sensationen

Die am meisten provozierende Entdeckung in der Welt der Reproduktologie auf dem Territorium der Ukraine wurde wohl die Geburt eines Kindes von drei Eltern. Bisher sind in der Welt nur zwei Kinder auf solche Weise geboren. Aber nicht nur die Tatsache solch einer Prozedur ist zur Sensation geworden. Bei der Durchführung solcher Manipulationen durch ukrainische Gelehrte wurde die Methode der pronuklearen Übertragung benutzt, die in ihrer Art innovativ war.

Bis Januar 2017, als jeweils ein ukrainisches Kind mit einem Genensatz von drei Eltern geboren wurde, benutzte man für solche Zwecke nicht befruchtete Oozyte. Zuerst wurde eine Eizellenrekonstruktion durchgeführt – es wurden Mitochondrien der Spendereizelle eingepflanzt, und dann folgte die Befruchtung selbst. Die ukrainischen Gelehrten konnten doch als erste die Verbindung der Mutter- und Spendereizelle bereits auf der Phase der tatsächlichen Befruchtung leisten. Dieses Schema wurde ausgearbeitet, um Möglichkeit zu haben, gesunde genetische Kinder bei den Frauen zu gebären, die ernsthafte Chromosomenstörungen haben, die dem Kind wegen der Defekte von Mitochondrien übertragen werden. Aus einer Spendereizelle bekommt ein zukünftiges Kind nur 37 Genen, und von den Eltern mehr als 25000. Obwohl die ersetzende Mitochondrien-Therapie stürmisches Ärgernis in der Welt erregte, ist sie doch heutzutage das einzige bestätigte Verfahren hinsichtlich der Lösung der kompliziertesten genetischen Probleme bei einem zukünftigen Kind.

Was gibt’s Neues in der Welt?

Die Frage der Kindergeburt ohne erbliche Erkrankungen wird von den Gelehrten der ganzen Welt weit besprochen. Und auf welche Weise kann man das Genom bewirken, wenn die Konzeption bereits geschehen ist? Es ist unmöglich, das im Mutterleib durchzuführen. Und wiederum ist künstliche Befruchtung, IVF-Methode, dabei behilflich. Effektiv ist heute die Präimplantationsdiagnostik, die ermöglicht, Chromosomenanomalien beim Embryo zu ermitteln. Aber das ist tatsächlich eine Selektion – es geschieht die Selektion von gesunden Keimlingen.

Zu Anfang des Jahres wurden in China erfolgreiche Versuche der CRISPR/Cas9- Methode bei den lebensfähigen Embryonen durchgeführt, die ermöglicht, das Menschengenom auf bestimmte Weise zu „bearbeiten“. Bisher hatte man an Experimenten nur mit erwachsenen Menschen laboriert. Dieses Experiment befindet sich nur in der Frühphase zur klinischen Praxis, aber immerhin ist es möglich, von seiner umwälzenden Zukunft zu sprechen.

Und solche Nachrichten wie eine Geburt des Kindes nach 16 Jahren der Kryokonservierung des Embryos, Geburten mit Hilfe von ART-Methode im Alter von 65+ Jahren, Entdeckung des Infertilitätsgenoms sind praktisch gar nicht mehr so wunderlich. Das sind Realitäten des modernen Lebens. Die postmortale Reproduktion, die Enkelgeburt von Großmuttern und andere Schemata der Ausnutzung der ART-Methode sind auch nicht selten. Mit dem Anstieg der Anfrage nach künstlicher Befruchtung und Möglichkeiten der modernen Medizin wird bald nichts Unmögliches bleiben.

Worauf wartet man weiter oder ein künstlicher Mensch

Die Lösung von den Gelehrten des Konzeptionsgeheimnisses, der Prozesse von Embryoformierung und –wachstum und andere wissenschaftliche Wunder jagen in einen Schock ein. Aber wir sollen nicht vergessen, Gelehrte seien Menschen, die globale Probleme der Menschheit lösen und in der ersten Linie ihre Entdeckungen mit einem edlen Zweck vollbringen. Die Sterilitätsbehandlung heißt einer davon.  Wohin wird die Wissenschaft in dieser Frage weiter schreiten?

Mit jedem Tag behandeln Massenmedien neue Sprünge auf diesem Gebiet. Einer davon wurde eine künstliche Gebärmutter. Ja, das ist Realität. Die Gelehrten konstruierten einen Prototyp des weiblichen Organes, das das Funktionieren eines Schafkeimlings eine lange Zeit sicherte. Dieses Problem würde nicht nur frühgeborene Kinder retten, sondern auch ethische Fragen der Leihmutterschaft lösen. 

Praktisch neben der künstlichen Gebärmutter ist es von der Möglichkeit bekanntgeworden, wie man stabile auf künstlichem Wege gezüchtete Stammzellen bekommt, die totipotente Stammzellen sind – sie können sowohl in Embryonenstammzellen, als auch in Extraembryonenstammzellen hinauswachsen. Bisher waren Versuche erfolgreich, aus üblichen Stammzellen künstliche Geschlechtszellen zu formieren. Auf solche Weise ist es eine Sache der Zeit, wenn man aus dem Leder eine Eizelle oder ein Spermatozoon züchten kann.

Man darf mit der Aufmerksamkeit auch nicht übergehen, dass von den Gelehrten im Jahre 2017 der  erste künstliche Embryo in der Welt gezüchtet wurde. Dazu wurden Embryonen- und Trophoblast-Stammzellen ausgenutzt, das heißt tatsächlich ohne Gameten. Solche Experimente werden selbstverständlich nicht mit menschlichen Geweben durchgeführt. Aber sie können Antworten auf viele Fragen geben, warum Abgänge der Frucht erfolgen, auf welche Weise Probleme in der Phase der Embryozellenteilung entstehen und anders. 

Die Entwicklung der Wissenschaft in solchem Tempo bewirkt bei vielen Menschen eine bestimmte negative Reaktion. Es gibt ethische und moralische Fragen zu diesem Problem. Und trotzdem gehen solche Entdeckungen in erhöhtem Maß dem Menschen zugute. Ein kinderloses Paar, bei dem, zum Beispiel, bei der Frau der ovulatorische Vorrat totgelaufen ist und die Gebärmutter beseitigt und beim Mann Azoospermie diagnostiziert wurde, kann biologisch verwandte und genetisch gesunde Kinder ohne Dienstleistungen einer Leihmutter haben. Klingt das über alle Begriffe? Abwarten und Tee trinken! Wir werden es ja erleben! 


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